10.10.2008 - Liberale Stichtage: Vor 130 Jahren wird Anton Erkelenz, liberaler Gewerkschaftler und DDP-Vorsitzender, in Neuss geboren

Anton Erkelenz (ca. 1943) Für einen liberalen Spitzenpolitiker hatte Anton Erkelenz (1878-1945) einen recht ungewöhnlichen Hintergrund: Er entstammte einer katholischen Handwerkerfamilie und wurde selbst zunächst Schlosser.
Als Facharbeiter fand er um 1900 aber nicht zur sozialistischen, sondern zur liberalen Gewerkschaftsbewegung, den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen (Liberaler Stichtag 28.9.) und dann zum linksliberalen Freisinn. Nach 1918 nahm seine Karriere einen rasanten Aufschwung: Er wurde Abgeordneter in der Nationalversammlung und später im Reichstag;
1921 wählte man ihn zum „Vorsitzenden des Vorstandes“ der DDP, was heute einem Generalsekretär entsprechen würde. Seit 1923 gab er gemeinsam mit Gertrud Bäumer (Liberaler Stichtag 12.9.) die von Naumann begründete Zeitschrift „Die Hilfe“ heraus.
Als Anhänger eines engen Zusammengehens mit der Sozialdemokratie geriet Erkelenz Ende der Zwanziger Jahre in die parteipolitische Isolation; dem Wandel der DDP zur Staatspartei entzog er sich durch den Parteiaustritt, der zugleich seine politische Karriere beendete. Erkelenz kam beim sowjetischen Einmarsch in Berlin um.
Rezension einer Erkelenz-Biographie
Liberale Stichtage 2008 - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus im Jubiläumsjahr der Stiftung in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.




